© Unternehmen Bühne 2018
Carl-Heine-Film
Das Theater aber ist dazu da, unseren Blick zu erweitern. (Peter Brook)
Am Anfang war das Spiel.
„Ich bin Egoist, ich will mein Ziel durchführen, andere aber haben oder werden den Nutzen davon haben, - aber so muss ich arbeiten, daß ich selbst dabei bestehen kann und nicht zu Grunde gehen. Die eigene Existenz ist die Grundlage des Schaffens für anderer Wohl und für die Allgemeinheit.“ C. Heine
Es ist der Abend eines Freitages im Jahre 1886. Zwei Männer sind auf dem Heimweg in Leipzig Plagwitz nach einer Wahlveranstaltung. Einer von ihnen ist Unternehmer, der andere ein befreundeter Arzt. Sie gehen über die König-Johann-Brücke. „Die Stadt sei in eigenem Interesse verpflichtet, den Kanal zu bauen. Aber sie zeigt sich uninteressiert und deshalb habe auch die Regierung keine Veranlassung das Projekt zu unterstützen.“ sagt der Unternehmer plötzlich. „Ich bin nun 67 Jahre und werde mich in meinen alten Tagen nicht weiter mit der Kanalfrage beschäftigen.“ Er drehte sich um und verlässt langsam die Brücke. Der Arzt schaut ihm hinterher und überlegt, ob ihn das eben gehörte beruhigen oder eher in Aufruhr versetzen sollte.
Carl Erdmann Heine wird 1819 als Sohn einer Kaufmannsfamilie in Leipzig geboren. Trotz bedeutender Lehrer in seiner Schulzeit (er war auf der Thomasschule) brachte er es nur zu mittelmäßigen Leistungen. Schon von klein auf verfolgte ihn ein gewisser Drang zu praktischer Tätigkeit. So legte er zum Beispiel im Sommer 1835, also als Sechzehnjähriger, mittels unterirdischer Röhrenleitungen einen Teich trocken und entwässerte eine Wiese. Später beschreibt er genau diese Trockenlegung als Beginn seines Berufslebens. Den Vorstellungen des Vaters entsprechend, studierte er zunächst Jura, um Advokat zu werden. Doch die Mutter war es schließlich, die ihren Sohn auf die Verwertung ihres beträchtlichen Grundbesitzes lenkte. Sie übertrug ihm am 1.Mai 1842 die Generalvollmacht für „Reichels Garten“ und gab damit einen entscheidenden Impuls, dass Leipzig einige Jahrzehnte später zur Industriestadt wurde.
Durch einen Impuls des Industriekultur e.V. Leipzig, haben wir uns im Januar 2018 entschlossen einen Dokumentarfilm über Carl Heine zu machen. Dabei wollen wir besonders sein unermüdliches Schaffen, seine großartige Leistung für die Stadtentwicklung Leipzigs, seine humanitären Überzeugungen und seine enorme visionäre Weitsicht in den Mittelpunkt stellen. Er wurde nicht nur zum Pionier und Wohltäter des Leipziger Westens, sondern entwickelte einen umfassenden, sich immer weiter entwickelnden Plan und schuf einen Stadtteil, den es so nie gegeben hätte. Die Stadt warf ihm regelmäßig vor, dass seine Planungen lediglich eigenen Interessen gelten, doch er ließ sich davon nicht entmutigen, sondern ging große finanzielle Kompromisse ein. So initiierte er den 1856 begonnenen Bau des Plagwitzer Kanals, der die Elster mit der Saale verbinden und billige Transportmöglichkeiten für die sich am Kanal entwickelnde Industrie ermöglichen sollte. In diesem Zusammenhang entstanden allein 14 Straßen- und Eisenbahnbrücken zwischen der Elster und der Lützner Straße, die vorwiegend von Heine selbst finanziert und gebaut wurden, nur damit er seine eigene Vision in die Tat umsetzen konnte.
Neben meiner beruflichen Tätigkeit, beschäftige ich mich seit 2008 mit dem Thema Industriekultur mit zunehmender Intensität. Zunächst galt mein Interesse meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, „VEB Wälzlagerwerk Leipzig“. Dann nahm ich mit dem Verein Museum für Galvanotechnik gemeinsam am 1. Tag der Industriekultur in Leipzig teil und dies führte auch zum ersten Kontakt mit dem Filmemacher Enno Seifried. Gemeinsam arbeiteten wir am dritten Teil der „Geschichten hinter vergessenen Mauern“. Im Jahr 2014 haben wir zum Tag der Industriekultur für einen Tag einen Lost Places wieder belebt, den Standort des ehemaligen "VEB Dieselmotorenwerk Leipzig - DIMO". Später erstellen wir die beiden Dokumentarfilme „INDUSTRIEkultur LE“, die als Eröffnungsfilme für die Tage der Industriekultur in Leipzig erstmals gezeigt wurden. Seit 2017 widme ich mich dem Thema Dokumentarfilm ganztägig und kann nun den ersten Film über eine Industriebrache in meiner Heimatstadt Taucha vorlegen: „MIMO – Geschichte eines Werkes“. www.rog-film.de
Die Filmemacher
Dr. Roger Liesaus
Tilo Esche
Als ich begann als Theaterregisseur zu arbeiten, streifte mich das Medium Film vor allem als visuelle Unterstützung und Verfremdung von Inszenierungen. Durch einen regelmäßig zu geringen Produktionsetat drehte ich die meisten Videos selbst und bearbeitete sie anschließend. Später drehte ich einige Musikvideos und nahm an einem Seminar „Drehbuchschreiben“ in Babelsberg teil. Als mich dann der Filmemacher Enno Seifried 2011 bat, ihn bei der Produktionsleitung seiner Dokumentarfilmreihe „Geschichten hinter vergessenen Mauern“ zu unterstützen, hat mich das Thema Lost Places nicht mehr losgelassen. Inzwischen konnte ich ihn bei der Produktion von insgesamt 6 Dokumentarfilmen begleiten. Durch die Beschäftigung mit Carl Heine, und ständig wachsender Neugierde auf seine Aktivitäten als Unternehmer, Politiker, Visionär und Familienmensch - entstand so ein Drehbuch zu einem Dokumentarfilm.
PRESSE
LVZ vom 18.10.2018
Links

Carl-Heine-Film

Das Theater aber ist dazu da, unseren Blick zu erweitern. (Peter Brook)
© Unternehmen Bühne
„Ich bin Egoist, ich will mein Ziel durchführen, andere aber haben oder werden den Nutzen davon haben, - aber so muss ich arbeiten, daß ich selbst dabei bestehen kann und nicht zu Grunde gehen. Die eigene Existenz ist die Grundlage des Schaffens für anderer Wohl und für die Allgemeinheit.“ C. Heine
Es ist der Abend eines Freitages im Jahre 1886. Zwei Männer sind auf dem Heimweg in Leipzig Plagwitz nach einer Wahlveranstaltung. Einer von ihnen ist Unternehmer, der andere ein befreundeter Arzt. Sie gehen über die König-Johann-Brücke. „Die Stadt sei in eigenem Interesse verpflichtet, den Kanal zu bauen. Aber sie zeigt sich uninteressiert und deshalb habe auch die Regierung keine Veranlassung das Projekt zu unterstützen.“ sagt der Unternehmer plötzlich. „Ich bin nun 67 Jahre und werde mich in meinen alten Tagen nicht weiter mit der Kanalfrage beschäftigen.“ Er drehte sich um und verlässt langsam die Brücke. Der Arzt schaut ihm hinterher und überlegt, ob ihn das eben gehörte beruhigen oder eher in Aufruhr versetzen sollte.
Carl Erdmann Heine wird 1819 als Sohn einer Kaufmannsfamilie in Leipzig geboren. Trotz bedeutender Lehrer in seiner Schulzeit (er war auf der Thomasschule) brachte er es nur zu mittelmäßigen Leistungen. Schon von klein auf verfolgte ihn ein gewisser Drang zu praktischer Tätigkeit. So legte er zum Beispiel im Sommer 1835, also als Sechzehnjähriger, mittels unterirdischer Röhrenleitungen einen Teich trocken und entwässerte eine Wiese. Später beschreibt er genau diese Trockenlegung als Beginn seines Berufslebens. Den Vorstellungen des Vaters entsprechend, studierte er zunächst Jura, um Advokat zu werden. Doch die Mutter war es schließlich, die ihren Sohn auf die Verwertung ihres beträchtlichen Grundbesitzes lenkte. Sie übertrug ihm am 1.Mai 1842 die Generalvollmacht für „Reichels Garten“ und gab damit einen entscheidenden Impuls, dass Leipzig einige Jahrzehnte später zur Industriestadt wurde.
Durch einen Impuls des Industriekultur e.V. Leipzig, haben wir uns im Januar 2018 entschlossen einen Dokumentarfilm über Carl Heine zu machen. Dabei wollen wir besonders sein unermüdliches Schaffen, seine großartige Leistung für die Stadtentwicklung Leipzigs, seine humanitären Überzeugungen und seine enorme visionäre Weitsicht in den Mittelpunkt stellen. Er wurde nicht nur zum Pionier und Wohltäter des Leipziger Westens, sondern entwickelte einen umfassenden, sich immer weiter entwickelnden Plan und schuf einen Stadtteil, den es so nie gegeben hätte. Die Stadt warf ihm regelmäßig vor, dass seine Planungen lediglich eigenen Interessen gelten, doch er ließ sich davon nicht entmutigen, sondern ging große finanzielle Kompromisse ein. So initiierte er den 1856 begonnenen Bau des Plagwitzer Kanals, der die Elster mit der Saale verbinden und billige Transportmöglichkeiten für die sich am Kanal entwickelnde Industrie ermöglichen sollte. In diesem Zusammenhang entstanden allein 14 Straßen- und Eisenbahnbrücken zwischen der Elster und der Lützner Straße, die vorwiegend von Heine selbst finanziert und gebaut wurden, nur damit er seine eigene Vision in die Tat umsetzen konnte.
   Die Filmemacher
Neben meiner beruflichen Tätigkeit, beschäftige ich mich seit 2008 mit dem Thema Industriekultur mit zunehmender Intensität. Zunächst galt mein Interesse meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, „VEB Wälzlagerwerk Leipzig“. Dann nahm ich mit dem Verein Museum für Galvanotechnik gemeinsam am 1. Tag der Industriekultur in Leipzig teil und dies führte auch zum ersten Kontakt mit dem Filmemacher Enno Seifried. Gemeinsam arbeiteten wir am dritten Teil der „Geschichten hinter vergessenen Mauern“. Im Jahr 2014 haben wir zum Tag der Industriekultur für einen Tag einen Lost Places wieder belebt, den Standort des ehemaligen "VEB Dieselmotorenwerk Leipzig - DIMO". Später erstellen wir die beiden Dokumentarfilme „INDUSTRIEkultur LE“, die als Eröffnungsfilme für die Tage der Industriekultur in Leipzig erstmals gezeigt wurden. Seit 2017 widme ich mich dem Thema Dokumentarfilm ganztägig und kann nun den ersten Film über eine Industriebrache in meiner Heimatstadt Taucha vorlegen: „MIMO – Geschichte eines Werkes“. www.rog-film.de
Dr. Roger Liesaus
Tilo Esche
Als ich begann als Theaterregisseur zu arbeiten, streifte mich das Medium Film vor allem als visuelle Unterstützung und Verfremdung von Inszenierungen. Durch einen regelmäßig zu geringen Produktionsetat drehte ich die meisten Videos selbst und bearbeitete sie anschließend. Später drehte ich einige Musikvideos und nahm an einem Seminar „Drehbuchschreiben“ in Babelsberg teil. Als mich dann der Filmemacher Enno Seifried 2011 bat, ihn bei der Produktionsleitung seiner Dokumentarfilmreihe „Geschichten hinter vergessenen Mauern“ zu unterstützen, hat mich das Thema Lost Places nicht mehr losgelassen. Inzwischen konnte ich ihn bei der Produktion von insgesamt 6 Dokumentarfilmen begleiten. Durch die Beschäftigung mit Carl Heine, und ständig wachsender Neugierde auf seine Aktivitäten als Unternehmer, Politiker, Visionär und Familienmensch - entstand so ein Drehbuch zu einem Dokumentarfilm, dass ich jetzt umsetzen werde.
Presse
LVZ vom 18.10.2018
Links