Was ist ein Geschäftsmodell? Definition und Aufbau einfach erklärt
Wie verdient ein Unternehmen eigentlich sein Geld, und welchen Nutzen bietet es seinen Kunden? Genau das beschreibt ein Geschäftsmodell. Es ist eine strukturierte Darstellung der logischen Zusammenhänge, die zeigt, wie eine Organisation Mehrwert für Kunden schafft und dabei selbst Ertrag erwirtschaftet.
Was ist ein Geschäftsmodell genau?
Der Begriff „Geschäftsmodell“ kommt aus dem Englischen: Business Model. Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon ist es eine modellhafte Repräsentation der logischen Zusammenhänge, wie eine Organisation Mehrwert für Kunden erzeugt und einen Ertrag für sich selbst sichern kann. Einfacher gesagt: Ein Geschäftsmodell erklärt, was ein Unternehmen anbietet, für wen, und wie es damit Geld verdient.
Ein Geschäftsmodell ist kein Businessplan. Ein Businessplan ist detaillierter und enthält Finanzzahlen, Marktanalysen und konkrete Maßnahmen. Ein Geschäftsmodell ist kompakter. Es zeigt das Wesentliche auf einen Blick.
Welche Bestandteile hat ein Geschäftsmodell?
Ein vollständiges Geschäftsmodell beantwortet drei grundlegende Fragen: Was wird angeboten? Für wen wird es angeboten? Und wie entsteht dabei ein Ertrag? Diese drei Bereiche hängen direkt zusammen.
Die bekannteste Methode, ein Geschäftsmodell zu beschreiben, stammt von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur. Sie entwickelten den sogenannten Business Model Canvas, ein einfaches Raster mit neun Bausteinen. Diese Bausteine zeigen gemeinsam, wie ein Unternehmen funktioniert:
- Kundensegmente: Für welche Kunden oder Kundengruppen arbeitet das Unternehmen?
- Wertangebot: Welches Problem löst das Unternehmen, oder welchen Nutzen schafft es?
- Kanäle: Wie erreicht das Unternehmen seine Kunden?
- Kundenbeziehungen: Wie interagiert das Unternehmen mit seinen Kunden?
- Einnahmequellen: Wie und womit verdient das Unternehmen Geld?
- Schlüsselressourcen: Welche Mittel braucht das Unternehmen, um zu funktionieren?
- Schlüsselaktivitäten: Was muss das Unternehmen tun, um sein Angebot zu liefern?
- Schlüsselpartner: Mit wem arbeitet das Unternehmen zusammen?
- Kostenstruktur: Welche Kosten entstehen beim Betrieb des Unternehmens?
Warum ist ein Geschäftsmodell wichtig?
Ein durchdachtes Geschäftsmodell ist die Grundlage für ein funktionierendes Unternehmen. Ohne klare Antworten auf die Fragen nach Kundennutzen, Einnahmen und Kosten weiß niemand, ob eine Geschäftsidee tatsächlich tragfähig ist. Gerade für Gründerinnen und Gründer ist es deshalb ein erster wichtiger Schritt.
Auch bestehende Unternehmen überarbeiten ihr Geschäftsmodell regelmäßig. Märkte verändern sich, neue Technologien entstehen, und Kundenbedürfnisse verschieben sich. Ein Geschäftsmodell, das heute funktioniert, muss morgen nicht mehr passen. Wer sein Modell kennt, kann es bewusst anpassen.
Beispiele für bekannte Geschäftsmodelle
Es gibt viele verschiedene Arten von Geschäftsmodellen. Einige bekannte Beispiele aus der Praxis zeigen, wie unterschiedlich Unternehmen ihren Ertrag gestalten können:
Ein Abonnementmodell verkauft keine Produkte einmalig, sondern berechnet regelmäßig eine Gebühr, zum Beispiel monatlich. Streaming-Dienste für Musik oder Serien funktionieren so. Beim Freemium-Modell ist ein Grundangebot kostenlos, während erweiterte Funktionen kostenpflichtig sind. Das kennt man von vielen Apps und Online-Tools. Ein klassisches Einzelhandelsmodell kauft Waren ein und verkauft sie mit Gewinnmarge weiter. Und ein Plattformmodell bringt zwei Gruppen zusammen, zum Beispiel Anbieter und Käufer, und verdient an der Vermittlung.
Diese Beispiele zeigen: Es gibt kein einziges richtiges Geschäftsmodell. Das passende Modell hängt vom Produkt, der Zielgruppe und dem Markt ab.
So entwickelst du ein Geschäftsmodell
Ein Geschäftsmodell zu entwickeln muss kein komplizierter Prozess sein. Folgende Schritte helfen dabei, strukturiert vorzugehen:
- Beschreibe deine Geschäftsidee in einem oder zwei Sätzen.
- Überlege, welches Problem oder welchen Bedarf du für deine Kunden löst.
- Definiere deine Zielgruppe so genau wie möglich.
- Lege fest, wie du dein Angebot zu den Kunden bringst.
- Erkläre, wie du mit dem Angebot Geld verdienst.
- Liste auf, welche Kosten und Ressourcen du dafür benötigst.
- Prüfe, ob Einnahmen und Kosten langfristig zusammenpassen.
Mit dem Business Model Canvas kannst du alle diese Punkte übersichtlich auf einem einzigen Blatt festhalten. Das macht es einfacher, das Modell mit anderen zu besprechen und bei Bedarf anzupassen.
Geschäftsmodell und Strategie: Was ist der Unterschied?
Ein Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen funktioniert. Eine Unternehmensstrategie beschreibt, wie das Unternehmen langfristig wachsen oder seine Position stärken will. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe. Das Geschäftsmodell ist die Basis. Die Strategie baut darauf auf und zeigt den Weg in die Zukunft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Geschäftsmodell und einem Businessplan?
Ein Geschäftsmodell ist eine kompakte Übersicht darüber, wie ein Unternehmen Wert schafft und Geld verdient. Ein Businessplan ist deutlich ausführlicher und enthält auch Finanzzahlen, Marktanalysen und konkrete Maßnahmenpläne. Das Geschäftsmodell ist oft der erste Schritt, bevor ein vollständiger Businessplan erstellt wird.
Muss ein Geschäftsmodell schriftlich festgehalten werden?
Ein Geschäftsmodell schriftlich oder visuell festzuhalten ist sehr zu empfehlen. So wird es für alle Beteiligten sichtbar und lässt sich leichter überprüfen, erklären und anpassen. Tools wie der Business Model Canvas eignen sich gut dafür.
Kann ein Unternehmen mehrere Geschäftsmodelle gleichzeitig haben?
Ja, das ist möglich. Größere Unternehmen bieten oft verschiedene Produkte oder Dienstleistungen an, die auf unterschiedlichen Modellen basieren. Ein Unternehmen kann zum Beispiel sowohl ein Abonnement als auch Einzelverkäufe anbieten. Wichtig ist, dass die Modelle zusammenpassen und sich gegenseitig unterstützen.
Wie oft sollte ein Geschäftsmodell überarbeitet werden?
Ein Geschäftsmodell sollte regelmäßig auf seine Aktualität geprüft werden, zum Beispiel einmal im Jahr oder wenn sich der Markt oder die Kundenbedürfnisse spürbar verändern. Ein Modell, das einmal funktioniert hat, muss nicht für immer passen.